Wäscherei Papritz – Der Weg nach oben: Lernen am Arbeitsplatz

Seit 1901 stellt die Wäscherei Papritz Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren Qualifikationen ein - ausschlaggebend ist die Motivation. Papritz-Angestellte erhalten im Betrieb die nötige Ausbildung, gute Leistungen sind mit internen Aufstiegsmöglichkeiten verbunden.

Von den 35 Angestellten der Wäscherei Papritz stammen 60 Prozent aus 15 verschiedenen Ländern. „Das war und ist für uns eine Herausforderung“, hält Firmenchef Christoph Papritz fest. Er nimmt sie gern an, denn sie entspricht seiner Firmenpolitik: Auch jenen Menschen eine Chance geben, die sich aufgrund fehlender oder nicht anerkannter Ausbildung sowie geringer Sprachkenntnisse nur schwer in den Arbeitsmarkt integrieren können. Deshalb achtet Papritz für eine Anstellung nur auf die nötigsten Qualifikationen.

Einsteigen, dazu lernen, aufsteigen

Man müsse die Leute dort abholen, wo sie stünden, erklärt Papritz. So stellt er für einfache Maschinenarbeiten Menschen mit bescheidenen Deutschkenntnissen ein. Sie lernen die Sprache im Arbeitsalltag, in gut durchmischten Teams. Eine abgeschlossene Ausbildung gehört nicht zwingend zum Anforderungsprofil. „Die Ausbildung erhalten unsere Mitarbeitenden am Arbeitsplatz“, erklärt Papritz und bedauert, dass er dafür kein Diplom aushändigen könne. Nunmehr sollen langjährige Mitarbeitende Kurse besuchen, damit sie ihre Weiterbildung mit einem offiziellen Nachweis belegen können.

Leistung vor Herkunft

„Die Leute arbeiten gerne hier, und wer sich engagiert, hat Perspektiven“, führt Papritz an und unterstreicht, dass die Motivation der Angestellten steige, wenn man ihnen Verantwortung übertrage. Wie beim Portugiesen Manuel Fernandes, welcher als Chauffeur und Hilfsmechaniker bei der Wäscherei begann und heute, nach verschiedenen durchlaufenen Positionen, verantwortlicher Betriebsleiter ist. „Ich setze die Leute nach ihren Leistungen ein, die Nationalität ist mir egal“, betont Papritz und bringt die Folgen seiner Politik auf einen kurzen Nenner: Gute Stimmung in der Belegschaft, hohe Loyalität und tiefe Personalfluktuation.

Quelle:
Migrations-Alliance Kanton Bern (Hg.) (2012): Integration der ausländischen Arbeitskräfte. Chance und Verantwortung von Unternehmen. Seiten 18-19.

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