Kommunikation mit fremdsprachigen Schwangeren und Wöchnerinnen erleichtern

Die geburtshilfliche Betreuung von nicht Deutsch sprechenden (sog. allophonen) Migrantinnen ist herausfordernd. Eine Studie soll bis 2017 Anhaltspunkte liefern, wie die barrierefreie und transkulturelle Verständigung zwischen Müttern und Fachpersonen sowie die Koordination zwischen den Diensten verbessert werden kann.

© Eva Cignacco

Sprachkenntnisse und Aufenthaltsstatus beeinflussen die Gesundheit

Der Zugang zu adäquater geburtshilflicher Versorgung ist für Migrantinnen erschwert, was zu mehr Komplikationen führt. Während sich Ausländerinnen der ständigen Wohnbevölkerung weitgehend selbstständig im Schweizer Gesundheitssystem orientieren, unterstützen bei vorläufig Aufgenommenen und Asylantinnen in der Regel Ansprechpersonen der Betreuungsinstitutionen den Kontakt zu den Gesundheitsfachpersonen bzw. zu Dolmetschenden. In beiden Fällen sind allophone Frauen besonders gefordert.

Mangel an kontinuierlicher Betreuung

Zahlreiche ambulant sowie stationär arbeitende Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen, Pädiater/innen sowie Mütterberaterinnen, decken den Versorgungsbedarf von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeitzeit ab. Kontinuierliche Betreuung ist in diesem fragmentierten System kaum möglich, und oft ist die Übermittlung von gesundheitsrelevanten Daten an weiterführende Betreuungspersonen mangelhaft. Für allophone Mütter kann es zudem problematisch sein, erhaltene Information und Beratung für sich und ihre Kinder zu erschliessen und nutzbar zu machen.

Barrierefreie Kommunikation in der geburtshilflichen Versorgung allophoner Migrantinnen (BRIDGE)

Die BRIDGE-Studie hat zum Ziel, kommunikative Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung bzw. in der Inanspruchnahme von geburtshilflichen Angeboten von allophonen Frauen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund (z. B. Eritrea, Türkei, Kosovo) aus der Perspektive von Nutzerinnen, Fachpersonen und Dolmetschenden zu beschreiben. Anfangs 2017 werden entsprechende Empfehlungen an Fachverbände adressiert.

Weiterführende Infos zur BRIGDE-Studie: Hebamme.ch, Fachzeitschrift für Hebammen, Ausgabe Dezember 2016 (pdf, 153 KB) Hebamme.ch, Fachzeitschrift für Hebammen, Ausgabe Oktober 2015 (pdf, 117 KB) ; Forscherinnen-Team (pdf, 77 KB)

Interessiert? Nehmen Sie Kontakt mit den Projektverantwortlichen auf!

Pflichtfelder